
„ST 103“ ist eine reduzierte Naturstudie, die eine Landschaftsszene auf ihre elementaren Formen zurückführt. Mit wenigen, klar gesetzten Linien und weichen Tonwerten entsteht ein konzentrierter Eindruck von Masse, Ruhe und atmosphärischer Weite. Die Zeichnung hält nicht die Landschaft selbst fest, sondern den Moment des Wahrnehmens — das unmittelbare Erfassen von Form, Gewicht und Präsenz, bevor sich Details ausbilden.
Zugleich ist die Arbeit ein Versuch, ein landschaftliches Phänomen aus der Beobachtung abzuleiten: eine Verdichtung dessen, was sich zeigt, ohne es abzubilden. Das Bild bleibt bewusst offen. Es verzichtet auf eindeutige Motive und lässt Raum für eigene Assoziationen. In dieser Offenheit entsteht ein stiller Dialog zwischen Wahrnehmung und Vorstellung — getragen allein von der Spannung zwischen Linie, Fläche und dem zarten Grundton des Papiers.



